Ritournelle

Wieder eine starke Frau im Techno. Finden wir gut, klar. Wir lieben ja auch Laurel Halo und Holly Herndon. Aber keine Vergleiche. Noch nicht, weil musikalisch steht Helena Hauff erst einmal ganz für sich selbst. Außerdem wollen wir das Unbehagen der Geschlechter im Club nicht zum großen Thema machen – sonst machen wir die Differenz nur noch größer. Und wir rauben die Stimme denen, die viel mehr darüber zu sagen haben.
Wir wollen lieber über Helena Hauffs Musik sprechen. Im Hamburger Pudel ist sie als DJ zuhause. Vinyl DJ, eh klar. Ihre Releases: eine Soundästhetik, so düster wie ein Kohlenschacht einer vergessenen Zeche und genauso kalt und dreckig, doch dabei funkelt doch alles wie ein seltener schwarzer Opal. Für ihr erstes Album „Discreet Desires“ macht Werkdiscs als Label also durchaus Sinn, auch wenn der Longplayer tatsächlich mit mehr Pop-Appeal aufwartet als die wunderbaren früheren Stücke, die noch auf PAN herauskamen. Actress, der Gründer von Werkdiscs, gehört ja nebenbei bemerkt auch zu unseren ganz großen Helden. Wollte man Helena Hauffs Musik noch doch in Traditionslinien gliedern, gäbe es viel zu erzählen. Sie selbst erzählt gerne von Drexciya, den Unterwasser-Mystikern, die nicht nur der gute Thomas Meinecke dereinst besungen hat. Referenzen lassen sich jedoch von Acid, über Wave und Electro bis zu Industrial zurückverfolgen. Und Techno, klar. Analoger Techno, beschworen aus Maschinen, die auf den Namen Roland hören und die Gefühle der Liebe durch physikalische Reibung erzeugen. Wir sind also wieder beim ewigen Diskurs von Ritournelle: Liebe und Maschinen. Helena Hauffs Zuhause sei ein Maschinenpark, sie selbst habe sich in die eine oder andere Maschine schon verliebt, so die SPEX. Auch das lässt sich leicht verstehen. Irgendwie mag man sie ja jetzt schon, obwohl man sie überhaupt noch nicht kennt. Helena Hauff, wir freuen uns sehr auf Dein Kommen. Ihr wisst Bescheid: Black is the new Pastell. Für Euch da draußen gilt wie immer:

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